1 Rahmenbedingungen

Die Betreuungsgruppe ist ein Angebot der St. Felicitas-Schule, das unverbindlich an 4 Tagen in der Woche, Montag bis Donnerstag, stattfindet.

Seit dem Schuljahr 2018/2019 sind es durchschnittlich 15 bis 20 Kinder pro Tag, die dieses Angebot in Anspruch nehmen. Die Betreuung beginnt nach der fünften Stunde, um 12.30 Uhr, und endet spätestens um 15.30 Uhr. Sie ist als Angebot im Rahmen von gebundener Ganztagsschule zu verstehen, das alle Kinder bis zur 4. Klasse wahrnehmen können.

An jedem Tag setzt sich die Betreuungsgruppe aus anderen Kindern zusammen.

Für die Übermittagsbetreuung fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Die Erziehungsberechtigten zahlen lediglich die Kosten für das Mittagessen.

2 Pädagogisches Konzept

2.1 Pädagogischer Grundsatz

Beziehung und Verlässlichkeit sind für uns der wichtigste Grundstein für erfolgreiches Lernen im Schulalltag. Jede Schülerin und jeder Schüler muss in seiner individuellen Art, in seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten, aber auch in seinen Schwächen und Grenzen gesehen werden. In der schulischen Arbeit achten wir darauf, an die gegebenen Bedingungen der Schülerschaft anzuknüpfen (ähnlich dem Situationsansatz), um den Kindern Lernerfolge zu ermöglichen. Insbesondere für förderbedürftige Kinder sind solche Erfolge besonders wichtig. Die Schülerinnen und Schüler der St. Felicitas-Schule haben im kognitiven, motorischen, sensorischen und/oder emotionalen Bereich sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf, so dass neben herkömmlichen Lern- und Unterrichtsformen auch Fördermaßnahmen bereitgestellt werden, die die gesamte Persönlichkeit des einzelnen Kindes mit einbeziehen.

Gerade die Kinder an einer Förderschule benötigen für eine kindgemäße Entwicklung, erfolgreiches Lernen und soziales Miteinander viel mehr Zeit, als üblicherweise an Halbtagsschulen zur Verfügung steht. Daher kann man die Betreuungsgruppe an der St. Felicitas-Schule als einen erweiterten Zeitrahmen sehen, in dem die zielgerichtete individuelle Förderung eines jeden Kindes eine ganz andere Bedeutung bekommt.

2.2 Pädagogische Ziele

Berücksichtigung von sozialen und emotionalen Bedürfnissen

individuelle Förderung

Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen

Förderung der Selbstständigkeit und Eigenverantwortung des Kindes

Unterstützung bei den Hausaufgaben

mehr Bildungsqualität und Chancengleichheit auch für sozial benachteiligte Familien

umfangreiches Freizeit-, Bildungs- und Erziehungsangebot, das sich am Bedarf der Eltern und Kinder orientiert

Erleben sozialer Kontakte im außerunterrichtlichen Alltag

2.3 Dokumentation

Die Teilnahme der Kinder wird anhand einer Anwesenheitsliste dokumentiert. In dieser werden gleichzeitig auch Fehlzeiten eingetragen. Dadurch erlangt das Team der Betreuung einen strukturierten Überblick, welche Kinder anwesend oder abwesend sind.

Es findet eine regelmäßige Dokumentation über das Verhalten der Kinder statt. Hierzu werden tagesformabhängige Entwicklungen beschrieben. Diese Dokumentationen können von den Lehrerinnen und Lehrern und der Schulsozialarbeiterin eingesehen werden.

Zusätzlich findet ein regelmäßiger Austausch zwischen dem Betreuungsteam und der Schulsozialarbeiterin Frau Witte, der jeweiligen Klassenleitung und der Schulleitung statt. Dies sorgt für eine große Transparenz im gesamten Team. Bei Hilfeplangesprächen, die Kinder aus der Betreuungsgruppe betreffen, ist der oder die Verantwortliche der Betreuungsgruppe mit anwesend. Somit besteht die Möglichkeit, auch bestimmte Situationen, Anliegen oder Befindlichkeiten aus dem Nachmittagsbereich zu berücksichtigen.

3 Tagesablauf

3.1 Begrüßung

Nach der fünften Stunde treffen wir uns in den Räumlichkeiten des Unterstufengebäudes in einem Sitzkreis. Hier wird zuerst die Anwesenheit der Kinder überprüft. Anschließend führen wir unser Begrüßungsritual im Stehkreis durch („Wir wünschen uns einen guten Tag!“). Danach haben die Kinder eine halbstündige Pause.

Wir versuchen diese Pause möglichst immer auf dem Schulhof zu verbringen, solange es die Wetterbedingungen zulassen. Uns ist es wichtig, dass die Kinder mit dieser großen Pause einen klaren Schnitt zum Tagesablauf in der Schule haben. Die Kinder sollen ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen und sich vom Schulalltag mit seinen unterrichtlichen Anforderungen erholen.

3.2 Mittagessen

Nach der Pause gehen wir gemeinsam zum Speiseraum der Unterstufe.

Das Küchenteam der St. Felicitas-Schule bereitet, unter der Leitung von Elisabeth Ingenhorst (Hauswirtschaftsmeisterin), an vier Tagen in der Woche das Mittagessen für die Schülerinnen und Schüler und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer frisch zu.

Die Mittagsmahlzeit umfasst einen Gemüseteller, ein Hauptmenü inklusiver vegetarischer Varianten, Nachtisch und Mineralwasser. Dieses Menü kostet für die Kinder der Betreuungsgruppe 2,70 € pro Tag. Für finanzschwache Familien bietet die Stadt Vreden über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) einen Zuschuss zum Mittagessen an.

Bei der Auswahl der Speisen legt das Küchenteam großen Wert auf gesunde und abwechslungsreiche Nahrung, sowie auf die Verwendung von möglichst regionalen Produkten.

Jedes Kind kann bei der Auswahl an Speisen dabei frei entscheiden, was und wie viel es essen möchte. Berücksichtigung finden ebenfalls Kinder mit Allergien, vegetarischem Lebensstil oder religiös bzw. kulturell bedingten Ernährungsgewohnheiten.

Sobald alle Betreuungskinder zusammen am Tisch sitzen und ihre Mahlzeit erhalten haben, wünschen wir uns einen Guten Appetit und beginnen mit unserer Mahlzeit.

Die Kinder haben feste Sitzplätze an festgelegten Tischen mit ihren jeweiligen Bezugspersonen. Diese Strukturierung gibt den Kindern Sicherheit und dient darüber hinaus dem Beziehungsaufbau zwischen Betreuerin bzw. Betreuer und Kind.

Zusammen mit den Kindern haben wir uns auf folgende Regeln und Rituale geeinigt, die während des Mittagessens eingehalten werden sollen:

vor dem Mittagessen waschen sich alle Kinder ihre Hände

jedes Kind darf frei entscheiden, was und wie viel es essen möchte, allerdings sollte immer eine kleine Portion probiert werden

mit dem Essen wird erst begonnen, wenn alle Betreuungskinder am Tisch sitzen und wir uns einen Guten Appetit gewünscht haben

während des Mittagessens vermeiden wir Konfliktgespräche, Streitereien o.ä., da wir in einer harmonischen Atmosphäre unsere Mahlzeit genießen wollen

3.3 Hausaufgabenbetreuung

Nach dem Mittagsessen putzen sich alle Kinder im Unterstufengebäude die Zähne.

Anschließend werden die Kinder nach Klassenstufen auf zwei Hausaufgabenräume verteilt.

Die Hausaufgabenräume sind so eingerichtet, dass die Kinder ihre Hausaufgaben in einer ruhigen Lernatmosphäre erledigen. Durch die Arbeit in Kleingruppen ist die individuelle Förderung eines jeden Kindes stets gegeben.

Da die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund stehen, werden die Hausaufgaben individuell und flexibel gestaltet.

Während der Hausaufgabenzeit sorgen wir für eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre, in der jedes Kind erfolgreich lernen und sein volles Potential ausschöpfen kann. Bei Fragen oder Problemen stehen wir den Kindern jederzeit zur Verfügung und können Impulse schaffen oder Hilfestellungen anhand verschiedener Arbeitstechniken bieten. Ein wertschätzender Umgang und ein geduldiges Auftreten gegenüber den Kindern ist dabei Voraussetzung und garantiert die Freude am Lernen.

Nach den Hausaufgaben, die spätestens um 14.30 Uhr beendet werden, erhalten die Kinder die Möglichkeit, verschiedene Angebote wahrzunehmen oder sich für das freie Spiel zu entscheiden.

Zum Ende der Betreuungszeit treffen sich alle Kinder mit dem Betreuungsteam im Unterstufengebäude, um den Nachmittag zu reflektieren. Nach dem Abschiedsritual (Lied: „Alle Leut’…“) fahren die Kinder nach Hause.

3.4 Freizeit- und Fördermöglichkeiten

3.4.1 Bewegungsangebot

„Schule in Bewegung“, das ist unser Schulmotto. In diesem Sinne achten wir in der Betreuungsgruppe darauf, dass die Kinder ihrem elementaren Grundbedürfnis bzw. ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachkommen können.

Für die Bus- und Taxi-Kinder sind die Bewegungsangebote von besonderer Bedeutung. Durch die Schließung mehrerer Förderschulen im Kreis Borken müssen diese Kinder einen langen Schulweg mit Bus oder Taxi auf sich nehmen. Das Bewegungsbedürfnis wird durch das lange Stillsitzen auf der Hin- und Rückfahrt stark eingeschränkt und kann zu Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Uns ist es wichtig, so viel Zeit wie möglich mit den Kindern auf dem Schulhof zu verbringen. Zusätzlich zu den freien Spielsituationen und Bewegungsangeboten auf dem Schulhof gibt es jeden Mittwoch in der großen Turnhalle das Angebot, Fußball zu spielen.

Unser übergeordnetes Ziel ist hier der Spaß und die Freude am bewegungsorientierten Spiel. Durch das gemeinsame Fußballspielen wird ein Gefühl der Gruppenzugehörigkeit geschaffen und Teamfähigkeit gestärkt.

3.4.2 Kreativitätsangebot

Kreativangebote sind ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit in der Betreuungsgruppe. Wir bieten regelmäßig individuell auf die Kinder abgestimmte Gestaltungs- und Bastelangebote an. Sie haben zum Ziel, für Kindern eine Basis für Fantasie und Kreativität zu schaffen. Im Umgang mit verschiedenen Materialien, Werkzeugen und Gestaltungstechniken wird die Fein- und Grobmotorik gefördert.

Des Weiteren bieten wir den Kindern durch verschiedenes Spielmaterial wie Kuscheltiere, Holzbauklötze und Fahrzeuge, Barbies und Duplo die Möglichkeit verschiedene Rollen anzunehmen und sich in der Fantasie frei zu entfalten.

3.4.3 Wahrnehmungsangebot

Jeden Donnerstag haben ein bis drei Kinder die Möglichkeit das Angebot des Snoezelraums wahrzunehmen. Das Wort „Snoezeln“ setzt sich aus den beiden niederländischen Wörtern „snuffeln“ (= schnüffeln, schnuppern) und „doezelen“ (= dösen, schlummern) zusammen. Der Snoezelraum ist demnach als ein Ort zu verstehen, an dem man in harmonischer Atmosphäre mit allen Sinnen zur Entspannung und inneren Ruhe kommt, aber gleichzeitig auch Neues für sich entdecken kann. Das Snoezeln wird stetig durch eine erwachsene Person begleitet. Durch die feste Begleitung bieten wir den Kindern eine bezugsgebundene Struktur. Um eine tiefe Entspannung zu ermöglichen, kann jedes Kind die basale Stimulation durch Massagebälle und Handmassagen einfordern. Hierbei schafft Entspannungsmusik eine Wohlfühlatmosphäre.

Auf Wunsch werden im Snoezelraum auch Geschichten vorgelesen.

Jeden Dienstag findet ein musisch-kreatives Angebot statt, welches von einer externen Erzieherin geleitet wird. Hierbei wird die kinästhetische und die akustische Wahrnehmung angesprochen und gefördert.

4 Regelwerk der Betreuungsgruppe

Die Regeln der Betreuungsgruppe basieren auf den Erziehungsverträgen und dem Regelwerk der St. Felicitas-Schule.

Unsere Regeln:

  1. Ich bin immer freundlich
  2. Ich verletze niemanden absichtlich mit Worten und Taten
  3. Ich höre auf alle Erwachsenen

Diese Regeln werden gemeinsam mit den Kindern besprochen und in der Betreuungsgruppe angewandt.

Des Weiteren arbeiten wir mit einem Verstärkungssystem (Ampelsystem). Hierbei haben die Kinder auf unbestimmte Zeit die Möglichkeit, sechs Sonnen zu sammeln. Diese erhalten sie nur, wenn sie sich am Ende des Tages auf der grünen Ampelfläche befinden. Sobald sie sechs Sonnen gesammelt haben, dürfen sie zur Belohnung in eine Schatzkiste greifen. Kommt ein Kind aufgrund von Regelverstößen am Ende des Tages auf die gelbe oder rote Ampelfläche, erhält es eine Wolke. Befinden sich Kinder auf einer gelben oder roten Ampelfläche, so haben sie den Rest des Tages die Chance, sich zu bessern und somit wieder auf die grüne Fläche zu gelangen. Über der roten Ampelfläche befindet sich die „Auszeit“, steht ein Kind dort, wird es vom aktuellen Gruppengeschehen ausgeschlossen. Bei massiven Auffälligkeiten kann es sein, dass ein Kind abgeholt werden muss, da keine 1:1-Betreuung gewährleistet werden kann.

Beim Regelverständnis ist uns wichtig, dass wir auf die Individualität der Kinder achten, um jeder Befindlichkeit des Kindes gerecht zu werden.

5 Strukturierung

5.1 Personal

Die Betreuungsgruppe wird von Erzieherinnen und Erziehern im Anerkennungsjahr, Studierenden des Studiengangs Soziale Arbeit und Jahrespraktikantinnen geführt.

5.2 Räumlichkeiten

Zu den Räumlichkeiten der Betreuungsgruppe gehören:

Speiseraum für die Unterstufe

Hausaufgabenräume

Betreuungsraum für Spielmöglichkeiten

große und kleine Turnhalle

Snoezelraum zur Entspannung und Erholung

großer, weiträumiger Schulhof

5.3 Betreuungszeiten

Die Betreuungsgruppe startet nach der fünften Stunde um 12.30 Uhr und schließt um 15.30 Uhr. Die Betreuungsgruppe ist ein Angebot der Schule.

Es gibt keine Anwesenheitspflicht. Um die täglichen Freizeitangebote nicht zu stören, gibt es die Möglichkeit, die Kinder um 14.30 Uhr oder um 15.30 Uhr abzuholen.

6 An- und Abmeldungen

Anmeldungen oder Abmeldungen von der Betreuungsgruppe teilen die Erziehungsberechtigten der Klassenleitung oder der Sekretärin mit. Die Informationen werden an das Betreuungsteam weitergegeben und in der Anwesenheitsliste vermerkt, so dass das Betreuungsteam stets über die Gruppe informiert ist.